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Zarelli
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Im dritten Interview der Serie war nun Falk Richard zu Gast, der kürzlich zum zweiten Zoccer-Manager-des-Jahres gekürt wurde.
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Hallo und herzlich willkommen. Gehen wir erstmal an die Anfänge Deiner Zoccer-Karriere, in der Du nur für den SV Zulte Waregem tätig warst. Bis 2006-1 warst Du in der belgischen Liga nie besser als Platz 5. Entsprach das den damaligen Ansprüchen oder hast Du damals schon mehr gewollt?

Hallo, allen hier bei Zoccer. Danke für die Einladung zu diesem Interview. Nach so langer Zeit sehe ich es als Ehre an ausführlich auf alle Fragen eingehen zu können. Natürlich hatte ich von Anfang an bei Zulte hohe Ansprüche. Wer nicht Meister werden will, wird auch nicht wirklich lange einem Verein treu sein. Unter normalen Umständen bin ich aber keiner der ständig wegen Misserfolg die Aufgaben wechselt. Nein es spornt eher an es in der nachfolgenden Saison besser zu machen. Sicher gibt es jedoch keine Erfolgsgarantie dafür. Ich habe oftmals daran geglaubt den Titel mit Zulte holen zu können.


Deinen ersten internationalen Auftritt hattest Du 2005-2 im damaligen UEFA-Cup. Es folgte ein bitters Vorrundenaus auf einem abgeschlagenen 14. und letzten Platz. Warst Du noch nicht bereit für Europa?

Das kann man verschieden sehen. Sicher habe ich damals auch Fehler gemacht. Aber insgesamt gab es damals mehrere Gründe, die nicht mehr zu gelassen hatten. Neben einer starken Offensive kommt es auch auf eine gute Defensive an. Hinzu kommt die Auslosung und der Faktor Glück. Ein wichtiger Aspekt damals waren aber auch die Derby´s. Hier hatten es die belgischen Vereine nicht genügend verstanden, dass es auch um EC-Punkte für Belgien ging.


Zwei Spielzeiten später konntest Du die Vizemeisterschaft und einen guten neunten Platz im UEFA CUP feiern, sozusagen die ersten Achtungserfolge national wie international. Im Folgejahr hast Du Dich sogar bis in die Endrunde der Champions League vorgekämpft und dort den 2. Platz erreicht. Spätestens seit dem weiß jeder, dass es den Verein Zulte Waregem gibt.

Stimmt genau. Leider wurde in dieser Saison ein interim-geführtes Team Meister. So gewann nicht das stärkste, sondern das unberechenbarste Team den Titel. Noch ärgerlich war, dann anzusehen, dass der belgische Meister auch in der Folgesaison keinen festen Trainer fand. Der Absturz folgte promt. Dies wirkte sich auch auf die Resultate des belgischen Meisters in der Champions League aus. Hier kam nichts. Doch dies war auch die erste Sternstunde von Zulte Wagerem. Der Vizemeister wurde Zweiter in der Champions League.


Dann allerdings stagnierte die Entwicklung. Zwei 15. Plätze im UEFA Cup, sowie ein vierter und ein siebter Platz in der Liga folgten. In Waregem machte sich mancherorts Ernüchterung breit.

Ja, es war eine schwere Zeit. Die angesprochene Meisterschaft lies Zweifel aufkommen. Der Trainer stand kurz vorm Abschied. Man konnte die Welt bei Zoccer nicht mehr verstehen. Es fehlte nicht viel und die Mannschaft wäre im "Niemandsland" verschwunden. Zudem kamen sehr fragwürdige Entscheidungen aus der Landesleitung. Plötzlich wurden Spiele anders gewertet. Es gab unberechtigte Torabzüge. Serien wurden somit unterbrochen. Wichtige Punkte, die am Saisonende fehlten. Zu allem Unglück wurden teilweise Fehler eingestanden, jedoch nicht korrigiert.


Doch 2008/09 holte sich Zulte zum ersten Mal die Meisterschaft (und den Pokal gleich noch dazu). Wie überraschend kam der Erfolg für Dich, nach dem 7. Platz im Vorjahr?

Überraschend war das Double schon. Jedoch zurückblickend überraschte vor allem , dass der Trainer überhaupt durchhielt und nicht doch alles hingeschmissen hatte. Die Meisterschaft war hochverdient. Die Grönnung war der Pokalgewinn. Doch dieser war eher nebensächlich. Im Pokal braucht man schon sehr viel Glück. Dies sollte diesmal der Tüchtige haben.


Eine Saison später, nämlich in der kürzlich abgelaufenen Spielzeit 2009, konntest Du die Meisterschaft souverän verteidigen und zusätzlich die Champions League gewinnen. Daraufhin wurdest Du von den Zoccerrainern zum Manager des Jahres gekürt. Wenn Du diese Erfolge einordnern müsstest, wie würde die Reihenfolge aussehen und warum?

Das war dann wirklich die Krönung, nach allem. Wenn auch immer viel Glück dazu gehört, dieser Titelgewinn war auch erstklassig herausgespielt. Die Resultate zeigen, dass die gute Taktik durch die Spieler umgesetzt wurde. Es war eine beeindruckende Leistung von Zulte und wenn man damals nach Platz 2 schon für Aufsehen sorgte, so machte man sich nun endgültig unvergessen.


Nochmal speziell zur Wahl zum MdJ: Welche Bedeutung hat es für Dich von Mitspielern, Gegnern und Kollegen zum Jahresbesten gewählt worden zu sein?

Es bedeutet sehr viel. Oft sind solche Abstimmungen nicht aussagekräftig, weil der überwiegende Teil der Stimmabgaben per Sympathie abgegeben wird. Nur wenige bleiben dabei realistisch. Allein die Nominierung zu den besten 5 des Jahres zu gehören ist schon eine große Ehre.


Werfen wir mal einen Blick auf Deinen Champions League Sieg. Die Vorrundengruppe - eine wahre Todesgruppe! - hast Du überlegen mit 35 Punkten gewonnen.

Rückblickend kann ich dem diesbezüglich zustimmen. Schon dieser Gruppensieg war ein kleiner Erfolg. Die Endrunde zu erreichen ist zwar nicht einfach, aber dieser als Gruppensieger zu erreichen und sich somit eine gute Ausgangssituation zu verschaffen ist für den weiteren Verlauf des Turniers auch von Vorteil.


In die Endrunde bist Du ganz stark mit zwei Glückssiegen bei drei Toren Einsatz gestartet. Ab wann hast Du an den Titel geglaubt?

Ohne Glück kann man keinen Titel bei Zoccer holen. Wenn der überwiegende Teil der Gegner alle Kraftanstrengung gegen Dein Team aufbringt wird es sehr schwer bessere Platzierungen zu erreichen. So gesehen hatte ich wirklich Glück und einen optimalen Start in die Endrunde. Von dort an dachte man schon insgeheim am Ende unter den Besten zu sein. An den Titel glaubte ich erst vor den abschließenden vier Spielen. Jedoch sicher konte man sich da auch noch nicht sein. Zu viele Faktoren können einen auch da noch einen Strich durch die Rechnung machen.


Es fällt auf, dass Du in beiden Gruppenphasen sehr wenige Gegentore bekommen hast. Zu welchen Anteilen führst Du diesen Umstand auf Deine Taktik bzw. auf Glück zurück?

Es sind Taktik und Glück. Ohne Glück wird es wie in der vorigen Antwort beschrieben nicht gehen. Aber auch die Taktik spielt eine große Rolle. Zum einen muss man berechenbar sein, um zum anderen genau aus diesem Grund überaschende Aktionen durchführen zu können. Man muss also im Grunde doch unberechenbar sein und ständig unerwartetes von der Mannschaft verlangen. Diese variablen Taktiken sind ein Teil des Erfolges. Dazu kommt dann aber auch wie die Konkurrenz die Situation meistert. Das Glück des einen Vereines, ist schon das Pech des anderen. Wenn ein Mitkonkurrent alle Spiele glücklich gewinnt, kann man wenig selbst ausrichten.


Rückblickend betrachtet, warum hat es so lange gedauert bis Dir mit Zulte der Durchbruch gelang?

Es gab leider viele Unregelmäßigkeiten und Fehlentscheidungen in der belgischen Meisterschaft. Da wurden Spiele falsch gewertet. Die Mannschaft wurde auf dem Weg (Spamordner u.s.w) zu Spielen aufgehalten. Statt diese Spiele zu wiederholen(zu korrigieren) gab es so unnötige Punktverluste, welche zudem mit Torabzug bestraft wurden. In dieser Zeit wollte man nicht mehr an Gerechtigkeit glauben und am liebsten die Liga verlassen. Vieles kam einen sehr merkwürdig vor. Dass sich diese Fehlentscheidungen auch auf die Folgesaison (Starttorkonto) auswirken, kann sich jeder denken. Es war so der Kampf gegen Windmühlen.


Der ein oder andere befürchtet Zulte Waregem könnte ein klassisches One-Hit-Wonder sein. Was sagst Du diesen Leuten?

Die Vereinsführung hat dem Trainer einen lebenslangen Vertrag angeboten. Somit scheint in der Zukunft der Weg von Zulte Wagerem weiter aufwärts zu gehen. Wer den Trainer kennt, weiss, dass dieser sich nicht hängen läßt und weiter nach oben schaut. Ein One-Hit-Wonder dürfte somit ausgeschlossen werden können. Dazu ist der Coach viel zu erfahren.


In Belgien peilst Du in diesem Jahr den Titelhattrick an. In den ersten zehn Spielen hast Du aber nur fünf Tore geschossen, der Rückstand auf den Tabellenführer beträgt jetzt schon zwölf Punkte. Was lässt Dich immer noch an die erneute Meisterschaft glauben?

Die Mannschaft ist größtenteils die gleiche geblieben. Bisher hatte man sicher einige Probleme in der Offensive. Wenn diese aber in kurzer Zeit gelöst werden, wird Zulte zur alten Stärke finden. Dann werden nur wenige Vereine in der Lage sein dem Meister Paroli zu bieten. So gesehen lief es bisher ordendlich. Zwölf Punkte sind aufholbar. Es hätten zu diesem Saisonzeitpunkt schon über zwanzig Punkte Rückstand sein können.


In der Champions League sehen wir ein ähnliches Bild. In sechs Spielen gab es noch gar keinen Treffer. Welches Ziel hast Du Dir als Titelverteidiger denn gesetzt?

In der Finalrunde unter den besten drei abzuschliessen.


Zum Abschluss bitte ich Dich noch auf ein paar allgemeine Fragen zu antworten. Was ist für Dich bei Zoccer schlimmer: 2:4 zu verlieren oder 4:4 unentschieden zu spielen?

Das kommt auf die Situation an. Wenn man mit einer 2:4 Niederlage eine Serie beendet oder auch ein Topspiel verliert welches zudem für den Ausgang der Meisterschaft entscheidend ist, würde ich lieber das 4:4 bevorzugen. Beide Ergebnisse sind schmerzlich. Bei beiden konnte man seiner Abwehr nicht die Wichtigkeit dieser Spiele vermitteln. Vergleicht man ein 2:3 mit einem 3:3 ist die Antwort leichter. Da würde ich stets das 3:3 bevorzugen. Man hätte wenigstens einen Punkt mit einem Tor mehr geholt. Der Gegner hat zudem auch keinen Dreier erreicht.


Gibt es einen Zoccermanager vor dem Du Angst hast? Also hast Du einen Angstgegner?

Angst habe ich vor keinen Verein beim Zoccermanager. Es ist schon eher Respekt. Respekt vor guten Leistungen der Konkurrenten.


Wie lange überlegst Du in der Regel, bevor Du Deinen Einsatz abgibts?

Oft habe ich schon länger eine Taktik im Auge. Diese wird jedoch nach jedem Spiel neu überdacht. In der Rückrunde wird dann eine Strategie für die letzten Spiele festgelegt.


Stell Dir vor ein für Dich wichtiger ZAT ist ausgewertet und Du siehst ihn Dir an. Wie reagierst Du, wenn Du feststellst, dass es total mies für Dich gelaufen ist?

Ich bin sehr enttäuscht. Dann wird abgewägt ob es am Trainer selbst oder doch eher am Gegner gelegen hat. Also ob es vermeidbar war oder doch eher unumgänglich. Aber die Enttäuschung hält dabei weiter an.


Welche Zoccerwettbewerbe, außer Deine eigenen, verfolgst Du regelmäßig?

Vor Zoccer war ich schon einige Jahre beim Ligamanager.net (LM). Hier habe ich schon mehrere Erfolge erzielt. Mit KV Mechelen hab ich seit der Liga-Gründung etwa 5-6 Meistertitel geholt. Zudem kamen 3-4 Pokalsiege dazu.


Vielen Dank für das Interview.

Ich danke nochmals für dieses tolle Gespräch und wünsche der Zoccergemeinde alles Gute, vorallem Gesundheit und Freude im realen Leben.





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